Stressmanagement: Sport und Bewegung helfen die Work-Life-Balance zu halten

Eine Möglichkeit Stress dauerhaft in Griff zu bekommen und trotz hohen Anforderungen und Eile gute Laune beizubehalten, ist sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Für viele von uns ist es selbstverständlich bei jedem Wetter mehrere Kilometer mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder auch zur Arbeit zu laufen. Andere wiederum tun es nur gelegentlich und nur bei schönem Wetter. Dabei ist es wirklich nicht schwer, einfach anzufangen und dran zu bleiben, denn die Vorteile, die sich daraus ergeben merken wir schon ganz bald! 

Sport und Bewegung bauen unsere Ressourcen auf

Mein Kollege Christoph ist Apotheker und ein sehr begeisterter Sportler. Er wirkt äußerst gelassen und entspannt, trotz seiner vielen beruflichen Aufgaben: Er arbeitet als Apotheker in einer öffentlichen Apotheke, ist Gastdozent an der Universität, Gesundheitsexperte im Radio, Autor für Beiträge zum Thema Sport und Running. Genauso wie ich, sieht er aber die Bewegung als eine der besten Strategien sich vom Stress zu distanzieren, zu entspannen und neue Ideen zu kreieren. Sicherlich werden wir den Anforderungen des Alltags nicht aus dem Weg gehen, indem wir unseren Hobbies nachgehen, musizieren, laufen, Sport treiben oder Rad fahren, aber auf diese Weise können wir entspannen, manchmal auch in die Traumwelt eintauchen und die Balance zwischen Arbeit und unseren Leben finden: Unsere ganz individuelle Work-Life-Balance, genauso individuell wie wir es sind.

Was motiviert Dich nach einem stressigen Arbeitstag in der Apotheke zum Laufen?

Christoph: Ich arbeite in einer Apotheke in einem großen Center mit viel Laufkundschaft und ständig neuen Herausforderungen. Mein Arbeitstag ist lang – ich arbeite in der Regel bis 20 Uhr. Ich mag es sehr gerne, nach der Arbeit allein nach Hause zu laufen. Es kostet mich zugegebenermaßen durchaus Überwindung, aber es wäre leicht, die bequeme Option zu wählen und nicht zu laufen.

Wenn ich laufe, kann ich erst mal abschalten. Die ersten 10 – 20 Minuten sind oft sehr hart und kosten mich viel Überwindung. Aber wenn ich zu Hause ankomme, fühle ich mich fit. Ich habe dann noch trotz meines langen Arbeitstages Energie für den Abend: Ich kann noch lesen, mich mit meiner Frau und Kindern unterhalten, ihnen zuhören, mein Hobby pflegen und schlafe nicht einfach vor dem Fernseher ein. So gesehen bin ich produktiver und zufriedener.

Wie lange läufst Du? Über welche Distanz? Mit Musik oder doch lieber ohne?

Christoph: Ich laufe nach der Arbeit je nach Witterung zwischen 60-120 Minuten drei Mal pro Woche. Zusätzlich absolviere ich noch einen langen Lauf am Sonntagmorgen von ca. 3-5 Stunden je nach Saison. Ich laufe gerne im Dunkeln und allein durch Trampelpfade im Wald. Ich sehe auch ein, dass das etwas extrem ist, aber es fordert mich heraus.

Musik beim Laufen mag ich gar nicht, ich will immer hören, was um mich rum ist. Es stört mich eher. Ich denke viel nach über Dinge nach, die mich beschäftigen oder – im Gegenteil- ich schalte komplett ab. Beim Laufen empfinde ich Musik einfach als hinderlich.

Hast Du noch andere Hobbys, die Dich entstressen?

Christoph: Ich bin zum Glück vielseitig begabt 😉 Auch handwerklich. Ich besitze mittlerweile meine eigene private Schreinerwerkstatt und kann fast alle in und ums Haus anfallenden Arbeiten ohne weiteres selbst ausführen. Das heißt vom Möbelbau bis hin zum Wände verputzen. Ich mag es, nicht nur geistig zu arbeiten, sondern auch noch mit den Händen etwas zu “erschaffen”. Das allerdings geht am besten mit Musik. Kreativ zu sein ist mir wichtig. Ich betätige mich auch noch gerne künstlerisch. Allerdings male ich meine Bilder nicht klassisch. Ich bin “Sprayer”, d.h. ich mache meine Bilder mit Sprühdosen. Man kann es als Graffiti, Stencil oder Spraypaint bezeichnen. 

Was kannst Du unseren Kolleginnen und Kollegen empfehlen?  

Christoph: Es ist schwer, jemanden direkt etwas zu empfehlen. Die universelle Lösung gibt es nicht. Da sind zum Glück alle etwas anders gestrickt. Jeder muss selbst seinen eigenen Weg finden.

Was auf alle Fälle wichtig ist, ist direkt nach der Arbeit erst mal die Möglichkeit zu haben, etwas Abstand vom Dienst zu gewinnen. Das kann zum Beispiel ein Lauf oder ein Spaziergang sein. Nach anstrengender geistiger Arbeit empfehle ich erst mal, sich etwas körperlich zu fordern. Es muss auch nicht lange dauern, es reicht eine Viertelstunde mit Sicherheit aus. Jeder, der das bisher getestet hat, hat mir bestätigt, man ist für den Rest des Abends frischer und ausgeglichener, körperlich und geistig. Man nimmt auf diese Weise die Arbeit nicht in seine eigenen vier Wände.

Empfehlen kann ich nur jedem, sich ein Hobby zu suchen und es auch zu pflegen! Denn ein Hobby dient dazu, sich zu entspannen. Vor allem, wenn man es regelmäßig betreibt. Auch ist ein Hobby ein Teil der eigenen Identität. Wer meint, er muss oder kann seinen Beruf zum Hobby machen, der verliert somit einen Teil der eigenen Identität. Der Ausgleich ist wichtig und die Arbeit ist nicht alles.

19. Januar 2020